„Our House“

…über Fundi, Möbel und Privatsphäre…

An unserem Haus musste noch einiges repariert werden, entsprechend herrschte in den letzten Wochen ein stetes Kommen und Gehen von diversen “Fundis” (Handwerker). (Nederlandse versie) Das Bizarre ist, dass hier in Tansania die Arbeit fast nichts kostet, dafür aber das Material und die Maschinen in der Relation sehr teuer sind – Automatisierung ist also nicht rentabel. So ist es (sogar langfristig) günstiger um beispielsweise jemanden anzustellen, der jeden Tag von Hand den Rasen mäht, statt einen Rasenmäher zu kaufen – oder jemanden zwei Vormittage pro Woche zu bezahlen um die Wäsche von Hand zu waschen statt eine Waschmaschine anzuschaffen. Und wenn unter einer Teerstrasse eine neue Leitung gelegt werden muss, holt man statt einen Bagger lieber fünf Bauarbeiter, die von Hand die entsprechenden Löcher graben…

Dies zeigt sich auch deutlich beim Einrichten des Hauses: Es hat keine Möbelhäuser mit fix fertigen Möbeln, sondern man geht zu einem Fundi, beschreibt ihm was man gerne möchte und er macht das dann für dich. Wenn man besondere Wünsche hat, (wir wollten beispielsweise bestimmte Möbel, die definitiv vom hier üblichen Standard abweichen), macht man eine Skizze oder zeigt ein Foto aus dem Internet, gibt die Abmessungen durch und einige Tage später ist ein customized Möbelstück fertig. So haben wir beispielsweise Insektenschutzfenster und –Türen, ein neues XXL-Bett, ein Ecksofa und diverse Gestelle für Küche und Bad schreinern lassen.

Mit etwas Glück wird diese Woche noch die Wasserleitung ersetzt, damit wir nach fast 3 Wochen wieder duschen können. Die Löcher im Dach wurden repariert, somit sollte es (vorläufig :-)) nicht mehr reinregnen. Und als Pünktchen auf dem i haben wir seit letzter Woche einen Sandkasten im Garten! Das ganze Prinzip von einem Sandkasten oder ’im Sand spielen’ kennt man hier allerdings nicht, entsprechend ist es sehr unterhaltsam zu beobachten, wie alle reagieren, wenn sie diese ’Box’ in unserem Garten sehen und wir erzählen, dass dies für die Kinder zum Spielen sei.

Eine der wichtigsten Erneuerung war für uns das Erstellen eines Zauns. Einerseits dient dieser unserer Sicherheit andererseits schützt dieser auch unsere Privatsphäre. Wir kriegen nämlich regelmässig Besuch von neugierigen Nachbarn, die (wie wir es nennen) “Wazungu” (Weisse) anschauen kommen 😉 Am liebsten kommen sie mit Kind und Kegel und genau dann, wenn gerade das Essen bereit ist oder wir noch im Pyjama sind: Um bei uns etwas zu trinken, schweigend auf dem Sofa zu sitzen oder um zu fragen, zu welcher Kirche wir dann sonntags gehen… 🙂 (true Story!). Ein solcher Zaun ist in diesem Fall doch eine Art (optisches) Hindernis… dies gilt natürlich auch für Einbrecher: Unser Garten grenzt an zwei Seiten an einen Wald und ohne Zaun könnte jeder unbemerkt in unseren Garten kommen und gehen…

Der Garten ist herrlich wild mit diversen grossen Steinen. Mit Ausnahme von unserem selbstangelegten Gemüsegarten ist kein Quadratmeter flach. Es wachsen Palmen, Mango- und Avocadobäume, grosse Farne, Sträucher mit prächtigen Blumen und täglich besuchen uns Affen und dutzende Vögel (Diesen Sommer besucht uns Efi’s Mutter – wir setzen sie wohl einfach 3 Wochen mit einem Feldstecher und einem Stuhl in den Garten: es ist dort ein Paradies für alle (Hobby-) Ornithologen wie sie ;-)). Dank dem Fällen von einigen Sträuchern und Seitenäste im Garten unseres Nachbarn geniessen wir nun sogar von unserem Sofa den direkten Blick auf den Viktoria See!

Unser Haus liegt etwas oberhalb von Bukoba, mit dem Auto ist es eine knapp 10-minütige Fahrt zum Markt, Arbeit oder Schule, zu Fuss folgt man eine halbe Stunde einem schmalen steilen Pfad, begleitet von einer prächtigen Sicht auf das Städtchen und den Victoria See.
Das Haus ist für hiesige Verhältnisse geräumig, recht hell und umringt von viel Grün. Aus dem Schlafzimmer sehen wir einen enormen Avocadobaum und ein gutes dutzend Bananenbäume. Es hat zudem ein grosses Esszimmer, Wohnzimmer, Küche mit einem zusätzlichen Vorratsraum und in einem Anbau eine ’Waschküche’.
Die Kinder werden nächsten Monat (sobald unsere amerikanischen Mit-“Wazungu” wegziehen (sniff… )) ein Stockbett in ihr Zimmer erhalten und sie sind schon seit Wochen am Planen,  wo dieses dann stehen soll und wer (Milo, Ella und alle Stofftiere) wo genau schlafen soll. 🙂 Mit zwei Badzimmer und einem Gästezimmer ist hiermit jeder herzlich eingeladen, um sich selber ein Bild vor Ort zu machen: Karibuni!

Diashow: (das Laden der Diashow kann etwas dauern…)

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